Kulturlandschaft

Sundern-Samtholz-Brock e.V.

Schöner Sonntagsspaziergang im Oktober

Spontan ist fast immer gut!

Am vergangenen Sonntagnachmittag waren gut 30 Personen der Einladung der Kulturlandschaft zu
einem Spontan-Spaziergang gefolgt. Unter fachkundiger Leitung von Wilhelm Gröver ging es ab
Zehntscheune Clarholz durch den Klostergarten zur Eichenallee.

Wir erfuhren, dass der älteste ehemals als Naturdenkmal ausgewiesene Teil der alten Allee auf etwa
300 m Länge entlang eines Weges zwischen dem Buchen-Eichenwald „Blinder Busch“ im Süden
und dem ehemaligen Kloster Clarholz im Norden an Klostergarten und Gräfte angebunden ist.
Die Eichen sind bis zu 250 Jahre alt. Mit jüngeren, etwa 150-jährigen Eichen knickt die Allee in
nordwestlicher Richtung ab und führt etwa 300 m entlang des Fußweges an der Klostergräfte bis
zur Letter Straße. Anschließend setzt sie sich entlang der Letter Straße noch etwa 100 m fort, hier
mit Hainbuchen unterbaut. Die gesamte Allee wie auch die Klosteranlage sind im Eigentum des
Fürstenhauses Bentheim-Tecklenburg.

Die älteste Allee zwischen dem „Blinden Busch“ und dem Klostergarten wurde offensichtlich nach
der Übernahme des Klostereigentums erst durch das Fürstenhaus gepflanzt. Östlich angrenzend
liegt die „Schweinemersch“, was auf einen sehr feuchten Standort mit ehemaliger Nutzung für den
Schweineauftrieb hinweist. Aktuell wird diese als Acker genutzt, mit einem Randstreifen im
Kronentrauf der Stieleichen. Westlich davon liegt Dauergrünland in der „Hofmersch“.
Aktuell sind auf etwa 300 m 67 Stieleichen vorhanden, davon sind 5 Eichen 2025 neu gepflanzt
worden.

Von 1984 bis 2004 war die Eichenallee als Naturdenkmal ausgewiesen und dadurch geschützt. Im
Anschluss daran wurden privatrechtliche Vereinbarungen zum Schutz der Allee zwischen dem
Fürstenhaus, der Bezirksregierung Detmold und dem Kreis Gütersloh geschlossen. Die aktuelle
Vereinbarung läuft bis 2045. Die Pflege der Allee hat der Kreis Gütersloh übernommen. Eine
einzelne sehr markante Solitäreiche (s. Foto) in der angrenzenden „Schweinemersch“ ist auch Teil
der Vereinbarung.

Die anschließende Stieleichenallee entlang der Klostergräfte umfasst auf etwa 300 m 60 Stieleichen,
mit einzelnen Lücken dazwischen. Es kam der Vorschlag, dass wir als Verein Kulturlandschaft SSB
2 Stieleichen stiften. Eine Eiche ist dem Verein anlässlich des 30-jährigen Jubiläums von der BI
Neuwarendorf bereits als Geschenk angekündigt. Wir werden mit der Gemeinde Kontakt
aufnehmen, um die Idee zu konkretisieren.

Diese Allee wird durch die Gemeinde gepflegt, wie auch der angrenzende Klostergarten. Beide
Alleen werden durch Fußgänger und Radfahrer rege genutzt. Der Erhaltungszustand ist gut, aber
durch die geplante B64n gefährdet, die an den Wald südlich anschneidet und den Wanderweg somit
abschneiden würde. Der Wald ist durch aktuelle Waldgesetze geschützt; der Klimawandel
beeinflusst allerdings die Vitalität der Bestände, es sind vermehrt Trockenschäden entstanden.

Der Weg durch die alte Allee, am „Blinden Busch“ vorbei und anschließend über den Axtbach, ist
ein wesentlicher Abschnitt des bedeutenden Kerkherrenweges, der die ehemaligen Klöster
verbindet.

Bevor es zum Gasthof Rugge ging, wurde noch die vom Verein in 2023 gepflanzte Hain- und
Rotbuchenhecke an der Letter Straße besichtigt. Die meisten Pflanzen sind inzwischen gut
angegangen.

Ein besonderer Dank gilt Wilhelm Gröver, der die Teilnehmenden mit vielen neuen und
beeindruckenden naturkundlichen Informationen bereicherte.

Text Elisabeth Meier und Wilhelm Gröver
Fotos Elisabeth Meier und Bernd Mosig

Wilhelm Gröver gibt wertvolle Informationen

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