die Glocke veröffentlicht am 09.07.2024 ein Interview mit „unserer“ Anwältin
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Und wenn ich so auf den Planeten runterschau, glaube ich, dass ich mich bei euch entschuldigen muss. Im Moment sieht es so aus, als ob wir, meine Generation, euch den Planeten nicht gerade in bestem Zustand hinterlassen werden. Im Nachhinein sagen natürlich immer viele Leute, sie hätten davon nichts gewusst, aber in Wirklichkeit ist es uns Menschen schon sehr klar, dass wir im Moment den Planeten mit Kohlendioxid verpesten, dass wir das Klima zum Kippen bringen, dass wir Wälder roden, dass wir die Meere mit Müll verschmutzen, dass wir die limitierten Ressourcen viel zu schnell verbrauchen und dass wir zum Großteil sinnlose Kriege führen.…“
„… Ich bin mir sicher, dass ihr die Dinge inzwischen sehr viel besser versteht als meine Generation. Und wer weiß, vielleicht lernen wir ja auch noch was dazu. Dass ein Blick von außen immer hilft, dass dieses zerbrechliche Raumschiff Erde sehr viel kleiner ist, als die allermeisten Menschen sich das vorstellen können. Wie zerbrechlich seine Biosphäre ist und wie limitiert seine Ressourcen. Dass es sich lohnt, mit seinen Nachbarn gut auszukommen. Dass Träume wertvoller sind als Geld und dass man ihnen eine Chance geben muss. Dass junge Mädchen Dinge genauso gut können, aber dass doch jeder von euch eine Sache hat, die er besser kann als alle anderen. Dass die einfachen Erklärungen oft die falschen sind und dass die eigene Sichtweise eigentlich immer unvollständig ist. Dass die Zukunft wichtiger ist als die Vergangenheit und dass man niemals ganz erwachsen werden soll. …“
Alexander Gerst, 2018 nach seinem Raumflug
Bürgerinitiative B51 Handorf-Mauritz
Bürgerinitiative B51 Telgte
BVW Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf
IWS Interessengemeinschaft Warendorf-Süd
Bürgerinitiative Naturfreunde für Beelen
Bürgerinitiative Kulturlandschaft Sundern-Samtholz-Brock
Wie jüngst nicht zum ersten Mal in der Presse nachzulesen und allerorten zu hören ist, klagen die Kommunen über eine extrem enge Finanzlage. Der russische Überfall auf die Ukraine hatte massive Verwerfungen an den Weltmärkten und Preiserhöhungen bei kommunalen Investitionsprojekten zur Folge. Die Konjunkturschwäche führt zu Gewerbesteuerausfällen. Gesetzliche Vorgaben erfordern Kitaneubauten. Ein riesiger Sanierungsstau z. B. an den schulischen Einrichtungen hängt wie ein Damoklesschwert über den Kommunen. Den gestiegenen Preisen folgen höhere Personalaufwendungen. Nicht zuletzt bringt die Unterbringung Geflüchteter viele Städte und Gemeinden an den Rand der Haushaltssicherung.
Diesen Kollaps mit drohender Handlungsunfähigkeit haben zum großen Teil nicht die Kommunen zu verantworten. Land und Bund ordnen an, verweigern den Kommunen aber die zur Bewältigung dieser Aufgaben erforderlichen Finanzmittel.
Die Folge ist, dass die Kommunen gezwungen sind, entweder massiv zu sparen und ihre Leistungen zurückzuschrauben oder deutliche Gebührenerhöhungen vorzunehmen, z. B. bei der Grundsteuer B, die letztlich alle Bürger zu entrichten haben, oder bei der Gewerbesteuer, was wiederum die heimische Wirtschaft belastet.
Eine naheliegende Lösung läge getreu dem Verursacherprinzip, diejenigen, die das Essen bestellt haben, auch die Rechnung begleichen zu lassen. Die Länder und vor allem der Bund sind in der Pflicht, die Kommunen mit den nötigen Mitteln auszustatten, damit diese in die Lage versetzt werden, ihre Aufgaben zu erfüllen.
Allerdings kann natürlich nicht jeder Euro zweimal ausgegeben werden, sodass Prioritäten zu setzen sind. Wenn diese Prioritäten falsch gesetzt werden, kann der Schaden immens sein.
Das Bundesverkehrsministerium (FDP) wird nach wie vor vom Finanzministerium (FDP) derart üppig mit Budgetmitteln versorgt, dass bundesweit zweifelhafte Straßenprojekte weiterverfolgt werden. Hier bei uns handelt es sich um den Straßenzug B51/B64n, dessen Verkehrsaufkommen seit nunmehr zwanzig Jahren kontinuierlich rückläufig ist. Die Planungen hierzu werden nicht nur von sechs Bürgerinitiativen, sondern auch von fast allen anliegenden Kommunen abgelehnt.
Und wenn nun laut Bundesverkehrsministerium die Kosten dieses Projekts um 154 Mio. EUR auf 291 Mio. EUR gestiegen sind, ist es an der Zeit, innezuhalten.
Unser Land hat ein großes Problem: Wir haben nicht zu wenig Geld; vielmehr müssen wir aufhören, die vorhandenen Mittel falsch auszugeben. Wir brauchen nicht immer mehr und immer mehr Straßen. Es ist nötig, die Mittel in die bestehende Substanz zu stecken, damit es nicht immer mehr Brücken wie in Leverkusen oder Lüdenscheid gibt, die uns auf den Kopf zu fallen drohen.
Und ganz nebenbei wäre auch noch genügend Geld vorhanden, um die Kommunen zu stärken, damit vor Ort nicht alles den Bach runter geht.
Luftbilder vom Axtbach, unten das komplette Video.



Ein Drohnenflug über die Überschwemmungsbereiche des Axtbaches beim Hochwasser im September 2023. Man kann sich vorstellen, wie es aussehen würde, wenn da jetzt eine B64n in Dammlage gebaut wäre.
Datum einstellen!
Beim Sundowner-Fest zur Eröffnung der Klimawoche ist ein Erlös von 500€ zusammengekommen. Dieses Geld haben wir der Bürgerstiftung gespendet.

Foto: Gregor Kosten (Geschäftsführer der Bürgerstiftung), Elisabeth Meier und Arnold Greifenberg (Vorsitzende der Kulturlandschaft).
Die Klosteranlagen von Herzebrock aus dem Jahre 860 und Clarholz aus ca. ~ 1133.
die Glocke schreibt am 15.08.2023 über die Auftaktveranstaltung zur Klimawoche in Herzebrock-Clarholz

hier der Text:
(Originaltext: Heinrich Heine, 1824, Melodie: Friedrich Silcher)
Wer die Melodie nicht im Ort hat, bei Youtube gibt´s zahlreiche Versionen, z.B. >> diese hier <<
Ich weiß nicht was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin.
Ein Märchen aus uralten Zeiten, das kommt mir nicht aus dem Sinn.
Die Luft ist so kühl und es dunkelt, die Sonne will untergehn
Doch immer noch wird es gemunkelt: Eine Straße soll hier entstehn!
Das sagt man seit so vielen Jahren, doch Zeiten, die ändern sich sehr.
Man hielt es fürs richt‘ge Verfahren. WIR waren von Anfang an quer.
Es braucht Ackerland um zu leben, wir brauchen intakte Natur!
Und werden in dem Sinne streben, bewahren die Landschaftskultur.
Das ist eine Mähr von vorgestern, die Straße, die will niemand mehr!
Es muss sich, Ihr Brüder und Schwestern, schnell ändern der Straßenverkehr.
Mehr Fahrrad, zu Fuß und mit Öffis, neu planen das muss zwingend sein.
Dann Radeln und Wandern und Feiern wir – im Abendsonnenschein.
Wir feiern gemeinsam die Feste, im Brock, Sundern, Samtholz so gern.
Seid herzlich gegrüßt all Ihr Gäste, die Ihr kamt von nah und von fern.
Die Luft ist so kühl und wir feiern – in die Klimawoche hinein.
Der Axtbach, die Bäume, WIR lauschen – im Abendsonnenschein.
Von Clarholz nach Beelen und zurück.
34 km von der Quelle bis zur Mündung in die Ems.
Bei strahlendem Winterwetter fanden sich am Samstagsvormittag ca. zwanzig Mitglieder des Vereins Kulturlandschaft auf dem Hof Pavenstädt-Westhoff ein, um die trockengeschädigte, historische Straßenbegleithecke zwischen dem ehemaligen Anwesen Deckenbrock und dem Hof Pavenstädt-Westhoff auf einer Länge von ca. 250 Metern mit neuen Hainbuchen-/Rotbuchenpflanzen aufzuforsten.
Finanziell möglich wurde diese Aktion durch das Förderprogramm der Landesregierung „2.000 x 1.000 Euro für das Engagement“, wobei das Schwerpunktthema für die Förderperiode 2023 „Zukunft gestalten – nachhaltiges Engagement fördern“ lautet. Dem diesbezüglich vom Verein Kulturlandschaft, federführend durch Elisabeth Meier und Helga Kießling, online gestelltem Antrag auf Förderung einer Neuanpflanzung der historischen Hecke des ehemals zum Kloster gehörigen Meierhofes Pavenstädt-Westhoff, wurde innerhalb kürzester Zeit stattgegeben. Somit war die finanzielle Seite schnell gesichert.
Insgesamt erstreckt sich die Buchenhecke über eine Länge von ca. 1.000 Metern von Clarholz aus kommend Richtung Lette rechtsseitig entlang der Letter Straße bis zur Hofstelle Klaesvogt. Sowohl für die historischen Sichtachsen als auch für die Förderung der heimischen Vogelwelt bedeutet sie einen nachhaltig wichtigen Beitrag und eine Aufwertung der Landschaft und der dort überwiegend agrarwirtschaftlich genutzten Flächen. Ebenso bietet sie Schutz vor Sand- und Schneeverwehungen, da die Rot- und Hainbuchen auch im Winter belaubt sind.
Die Letter Straße als solches galt im Mittelalter als wichtige Verkehrsanbindung zum einen in Richtung Münster und zum anderen in Richtung Ruhrgebiet/Rheinland bis hin nach Vollenhove, der geschichtsträchtigen Partnerstadt von Herzebrock-Clarholz. Selbst Goethe soll diese Straße einst auf seinen Reisen genutzt haben, wusste Gottfried Pavenstädt vor Beginn der Pflanzaktion zu berichten.
Diese begann im Anschluss nach einer fachkundigen Einweisung der gut ausgestatteten Helfer durch Wilhelm Gröver und Elisabeth von Müller. Die notwendigen Vorarbeiten, wie die Rodung der vertrockneten, alten Buchen sowie die Vorbereitung des Pflanzgrabens, hatte bereits im Vorfeld stattgefunden. Hier leisteten Marius Herzog und sein Mini-Bagger wertvolle Hilfe. Im Anschluss an diese Pflanzaktion wartete auf alle Beteiligten ein zünftiges Mittagessen auf dem Hof Pavenstädt-Westhoff.
Der Verein Kulturlandschaft Samtholz-Sundern-Brock engagiert sich seit Jahren für den Erhalt und die Pflege des beschriebenen Landstriches. Durch ihren Einsatz beim Pflanzen und späterem Wässern der Heckenpflanzen beabsichtigen die Vereinsmitglieder, eine lebenswerte Zukunft aktiv und praktisch mitzugestalten.
Text: Martha Wiemer



