Fest am Sonntag, 09.08.2026, 13h-18h
Die Kulturlandschaft Sundern-Samtholz-Brock e. V. feiert ihr 30-jähriges Jubiläum
Alles, was zu einem Fest gehört, war dabei: die Sonne, Schattenbäume auf der perfekten Location, dem Biohof Pavenstädt-Westhoff, eine tolle Band, „The Snooks“, Interessantes für die Jugend, gutes Essen, serviert von den Vorstadtgrillern, ein Getränkewagen, Gratulanten, fleißige Helfer und vor allem viele Mitglieder mit guter Laune.
Arnold Greifenberg begrüßte in seiner charmanten Art die Gäste aus Politik und Kirche sowie insbesondere die Nachbarinitiativen aus Beelen, bis hin nach Münster.
Applaus kam auf, als er die Bahnarbeiter lobte, die nun Tag für Tag an der Kreuzung Letter Straße stehen müssen, um die Schrankenbänder auf- und abzumontieren, wenn ein Zug kommt. Der Grund ist simpel: Der zuständige Mitarbeiter im Schrankenhäuschen hat Urlaub und die Bahn findet keine Vertretung. „Wie soll so ein Bauwerk wie die B64n geschafft werden, wenn es noch nicht einmal möglich ist, einen Urlaubsersatz zu finden?“
Elisabeth Meier dankte allen Beteiligten mit einem Gedicht, das einen Rück- und Zukunftsblick auf die Zeit seit der Gründung 1996 und den Erhalt unserer seit über 1.000 Jahren bestehenden Kulturlandschaft mit Klöstern, Höfen, Landwirtschaft , Alleen und historischen Wegen aufzeigte.
Pastor Rainer Moritz unterstrich in seiner Rede, dass es darum gehe, die Natur und Kultur zu nutzen und eben nicht gedankenlos zu zerstören. „Sie übernehmen seit drei Jahrzehnten die Verantwortung für die Schöpfung hier vor unserer Haustür.“
Rainhard Neuhaus, stellvertretend für den Bürgermeister, war das Jubiläum so wichtig, dass er es sich selbst an seinem Geburtstag nicht nehmen ließ, zu gratulieren. Er erzählte, wie entsetzt er vor 30 Jahren war, als er erfuhr, dass die neue Trasse der B64n mitten durch sein Haus gehen sollte. Mit etwa vier bis fünf Personen wurde damals im Wohnzimmer eine Gruppe gegründet. Heute sind es über 330 Bürgerinnen und Bürger und eine starke Gemeinschaft, die sich immer wieder auch gegen die Politik stemmt. Er wies darauf hin, dass es wichtiger sei, Reparaturen an Brücken und Straßen durchzuführen, um die vorhandene Infrastruktur zu erhalten.
Dr. Christine Disselkamp, stellvertretende Landrätin und ebenso als Bürgerin, betonte – wie auch viele andere Redner und Gratulanten – die Unermüdlichkeit, die Sachlichkeit und das Durchhaltevermögen von Elisabeth Meier. Disselkamp brachte es auf den Punkt:
„Die Straße brauchen wir nicht, die Straße wollen wir nicht!“
Markus Witte, stellvertretend für die Landtagsabgeordnete Wibke Brems, stellte die Priorität des Vereins, den Erhalt von Natur und Kultur in den Fokus der Kulturlandschaft und nicht nur ein “Gegen die B64n”. Bemerkenswert war sein Gedankengang zum Begriff „konservativ“: Für ihn bedeutet dies, die Heimat zu schützen, die Natur zu erhalten und Demokratie zu leben. Das sehe er aktuell wohl eher in diesem Verein.
Wulf Hahn begleitet nun schon seit etwa 15 Jahren als Gutachter der RegioConsult die Kulturlandschaft und wies in seinem Statement darauf hin, dass die Straße – wie es auch im Gedicht von Elisabeth Meier beschrieben wurde – ohne den Einsatz der Kulturlandschaft wohl längst geteert worden wäre.
Jeder hatte somit seinen eigenen Blick auf die 30 Jahre des Vereins, aber alle einte die Überzeugung, dass es keinen besseren Platz für diese Feier geben könnte als diesen Hof, der bereits seit 1133 zu den Klosteranlagen gehört.
The Snooks spielten danach, wie man es von ihnen kennt, einfach klasse Musik. Es gab einen leckeren Kuchen- und Kaffeestand. Die Vorstadtgriller versorgten die Gäste u. a. mit Burgern und anderen Stärkungen. Der Getränkewagen bot allen bei der Hitze genügend Flüssigkeit.
Die rollende Waldschule der Kreisjägerschaft mit heimischen Tieren zum Anfassen und Bestaunen, ein Maltisch, Dosenwerfen und eine Carrerabahn, die durch eigenes Strampeln funktionierte, sorgten dafür, dass auch die Jüngsten ihren Spaß hatten.
Fazit dieser Feier: Der Verein ist aus unserem Ort nicht mehr wegzudenken. Er kann feiern, wird aber auch in Zukunft immer wieder für unsere Kulturlandschaft einstehen, um diese auch an die nächsten Generationen weitergeben zu können.













